Historie

Wie alles begann von Josef Rick (JR)

01.01.1999

Hinsichtlich des tatsächlichen Gründungsjahres der Karnevalsgesellschaft Eueme Trööte gab es in der Vergangenheit und gibt es sogar vereinzelt heute noch konträre Meinungen. Manche sprechen sich für einen früheren Zeitpunkt aus, denn es wird verwiesen auf die alte Vereinsfahne, wo das Jahr 1948 eingestickt ist, von anderen wird das handgeschriebene Dokument zugrunde gelegt, betitelt mit “Vorstandswahl”, welches die Rückseite des Programms der festlichen Sitzung der Eueme Trööte vom 15.01.1956 ziert und wieder andere sprechen von Sitzungen, die schon 1952 bzw. bereits sogar noch früher stattfanden. Allerdings heißt es z.B. auf der Fahne Eueme Trööte, nicht KG Eueme Trööte. Das soll sich erst ab dieser Vorstandswahl, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der ersten im Euenheimer Kameva1s-geschehen, geändert haben. An besagtem 15.01.1956, vermutlich am späten Abend nach der festlichen Sitzung, hat man dazu folgendes festgehalten: Letztlich gab dann dieses” Gründungsprotokoll”, welches die einzige schriftliche Unterlage in der Beziehung darstellt, den Ausschlag dafür, dem Jahr 1956 des Entstehen der Karnevalsgesellschaft in Euenheim zuzuschreiben. In Verfolg dessen wurde logischerweise dann 1981das 25-jährige Vereinsjubiläum groß begangen. Dabei nicht wegdiskutiert werden soll die Tatsache, dass auch schon vor 1956 im Dorf ganz kräftig Karneval gefeiert worden ist. Belege hierfür sind u.a. Aufzeichnungen über stattgefundene Sitzungen ab dem Jahre 1952. Aber ob nun 1948, 1952, 1956 oder noch ein ganz anderes Jahr, von Wichtigkeit ist eigentlich einzig und allein, dass es bis heute überhaupt eine KG gibt und die nach wie vor Gewähr für eine tolle 5.Jahreszeit im Euskirchener Stadtteil Euenheim bietet! Nachbetrachtung zum Gründungszeitpunkt der KG Eueme Trööte (JR) Zumindest seit dem Jahr 1952, denn von da ab liegen entsprechende Schriftstücke vor, war es in Euenheim wohl Usus, die stattgefundenen Karnevalssitzungen in einem gereimten Protokoll für die Nachwelt festzuhalten und darüber hinaus vermutlich auch im Initiatorenkreis nochmals während einer Nachbetrachtung Revue passieren zu lassen. Ein solches Protokoll aus dem Gründungsjahr der KG ist nachstehend abgedruckt. (Anm. der Red.: Es wurde bewusst in Originalschriftfassung mit Originalinterpunktion belassen, um eventuell mögliche Verfälschungen des Sinngehaltes zu vermeiden. Drum denke niemand, der Druckfehlerteufel sei am Werkgewesen!) Protokoll der festlichen Sitzung der Eueme Trööte vom 15.01.1956 Anwesend: All die gerne lache on sich get gönnte Et fehlten entschuldigt: All die gern wollte, on net konnte Et fehlten unentschuldigt: Die Mießmacher on Grießgrams, doch dat war net schlömm Ohne die kregten mir och der Ovend eröm. Noh ene Paus von fast zwei Johre Weil vörig Johr vel Trööte des Lost verlore Han mir et des Johr ens wedder rekiert, On he en Sitzung inzeniert. Ganz ohne Bürgergard on Staat Mahten mir diesmol die Sitzung parat Se war och werklich got gelonge Denn dat Echo ös höck noch net verklonge. Der Jakob als neue Präsident War glich en sengem Element Er begrößte all die Gäste em Saal Die gekomme ware en gruße Zahl Os Funkemarieche, schmuck on adrett Freigebig, doch dobai emmer nett Möt Schwung on Temperament wie nie Dat war os Schmitze Annemie. Der Möllersch Wolfgang, ne kölsche Jong Als irschtes dann en Weinledche song Wie er senge Orde entgegengenomme Versproch er noch ens wedde ze komme. Glehns Heinz dät nu dä Anfang mache On braht die Löck ens all ant lache Ken Wongder och bei su nem Kopp Wenn er och säht er wär beklopp. Der Gerhard feng e paar Meusche in Fall Er trot domöt op als 6 Möschtigalle Möt däm Bäckers Käthchen fengen se an, ganz schlau On goven drop dem Elferrat sengen Kakau. Dann kohm dat Gertrud ?Knutschemich? On gov dä Mannslöck mäneche Stich Et wönsch se all op ne andere Stern Ävver et hät se doch zebaschte gern. Als Buur der von der Kirmes kütt Kohm Blumenthals Paul jetzt in de Bütt E ment et könnt niemols gät schade Wenn me würd op en Kirmes engelade. Brauns Willi dann als doofe Noß Verzällt wat er net all legge moß Er fong et wirklich net mieh nett Möt dem velle Stöpp onger sengem Bett Die 6 Möschtigalle kohme jetzt als Köttele On hatten övverall jet ze pöttele Se pöttelten en ener Tour Vom Adenauer bös zur Möllabfuhr. No enem Püesgen kohm dann wieder Der Wolfgang möt en paar Schunkellieder Os Gäst han do net lang övverlaht En der Arm gepack on mötgemacht. Als Weinkönigin möt Druve geschmöck Kohm Küstersch Anita jetz angeröck Et hat an der Mosel bei senger Wahl Onge de Desch gesoffe mäneche Ahl. Brauns Willi als Anton von Musterung kohm On schon eh er anfing Abschied nohm Weil öm dat Soldatspelle würd ze langk Wollt er gar net iesch Frönk werde möt dem Blank. (Anm. des Verf. damaliger Verteidigungsminister) Heinz Schmitz kohm jetzt als die Frau Quaß Verzällt jet us der ahl Kaigaß Et ware en paar leichte Sache Mer broch noch net ens vell ze lache. Rüths Gerhard der sich ?Dreckes? nannt Ös als Kanon os jo bekannt Doch wat he os höck Ovend braht, War werklich ?Nähl möt Köpp? gemaht. Als nue der Wolfgang noch e Ledche gesonge Ös die Sitzung su langsam usgeklonge Der Jakob sproch senge Dank noch us Dann trok der Elferrat am Saal erus. Darop hat schon die Jugend gewaht Denn jetzt wurd für et tanze Plaats gemaht Öm zwei Uhr war dannendgültig Schluss Gezeichnet: Der Protokollarius Diese Zeilen, niedergeschrieben vom” Protokollarius ” Georg Berg (t) vor 50 Jahren, stellen Euenheimer Karnevalsgeschichte dar, deren Faszination sich der aufmerksame Leser sicherlich nicht entziehen kann. Dass sich Ablauf und Inhalt solcher Sitzungen sowie die Kritik dazu (Doch wat he os höck Ovend braht, war werklich” NähI möt Köpp” gemaht oder Et ware en paar leichte Sache, mer brach noch net ens vell ze lache) bis heute nicht wesentlich verändert haben, lässt sich wirklich mit Bestimmtheit behaupten, Und dies soll auch so sein, denn der Karneval stellt zwar heimisches Brauchtum dar, gepflegt von Generation zu Generation, aber was dem einem gefällt, muss nicht auch bei dem anderen Begeisterung auslösen. Nichts desto Trotz lohnt es sich natürlich, die gewachsenen karnevalistischen Ausdrucksformen, selbstverständlich damit auch unser Platt, zu pflegen und zu erhalten. P R O G R A M M der festlichen Sitzung der ?Eueme Trööte? vom 15.1.1956 1.) Begrüßung 2.) Weinlied 3.) Ene Bekloppte (Heinz Glehn) 4.) Die 6 Möschtigalle 5.) Fräulein knutsche mich (Gertrud Dederichs) 6.) Ene Bur köt von de Kirmes (Blumenthal) 7.) Die doof Noss (Willi Braun) 8.) Die sechs stellen sich selve vür. P A U S E 9.) Zwei Schunkellieder 10.) Eine Weinkönigin (Frau Küster) 11.) Anton seng Musterung (Willi Braun) 12.) Frau Quaß us de Kaigass (Heinz Schmitz) 13.) De Dreckes (Gerhard Rüth) T A N Z KG Eueme Trööte Die Vereinssatzung (JR) Irgendwann im Verlauf des noch jungen Vereinsgeschehens muss schließlich auch einmal über eine Satzung gesprochen worden sein. Der entsprechende Text blieb jedenfalls erhalten und umfasste insgesamt 10 Paragraphen; ihr Verfasser war Josef Kreischer. § 1 davon erhärtet im Übrigen die zuvor beschriebene Gründungsfrage und lautet wörtlich: Name und Sitz Der Verein führt den Namen: Karnevalsgesellschaft Eueme Trööte, gegründet 1956 e.V.. Er hat seinen Sitz in Euenheim und soll in das Vereinsregistereingetragen werden. Auch noch sehr interessant in seiner zweiten Aussage ist § 2: Zweck Zweck des Vereins ist die Förderung des rheinischen Karnevals in Euenheim und zu einem späteren Zeitpunkt die Ausgestaltung des Rosenmontagszuges. Nun hat sich aber so weit wie möglich nachverfolgen lassen, dass ein solches Statut bis weit in die siebziger Jahre keine Bestandskraft erlangt hat. Dazu kam es erst in der Mitgliederver- sammlung am 10.08.1979 im früheren Lokal Pelzer. Von 21 der stimmberechtigten “Trööten” sprachen sich 16 für die vom Vorstand vorgelegte Satzung aus, einer entschied sich dagegen und 4 Enthaltungen waren zu verzeichnen. Die vereinsrechtlich mindestens 7 notwendigen Unterschriften auf der Satzungs-Originalfassung leisteten damals Gerhard Rüth (?), Leo Lemm, Peter Meier, Erhard Herr, Hans Wirtz, Frau Denkel sowie Sibylla Hamacher. Die heute geltende Satzung ist natürlich im Laufe der Zeit mehrmals geändert bzw. ergänzt worden und entspricht dem aktuellen Vereins- und vor allen Dingen Steuerrecht (Gemeinnützigkeit!). Vereinsregistereintragung oder > Wie der Amtsschimmel wieherte! < (JR) In dieser Hinsicht gab es zunächst tatsächlich unerwarteterweise massive Schwierigkeiten mit dem “Amtsschimmel”. Das Amtsgericht Euskirchen hatte nämlich; man höre und staune, grundsätzliche Bedenken gegen die Eintragungsfähigkeit des Vereins- namens. Dazu schrieben die vorschriftentreuen Rechtspfleger dann auch: “Der Vereinsname darf nicht geeignet sein, über die Art, den Zweck, die Größe oder die sonstigen Verhältnisse des Vereins Täuschungen hervorzurufen. Mit der Bezeichnung KG verbindet sich meistens die Vorstellung, dass es sich hierbei um eine Handelsgesellschaft, nämlich eine Kommanditgesellschaft handelt. Daran ändert auch nichts, daß der Name nicht entsprechend der Firmenvorschrift gebildet ist. Es ist nicht zulässig, daß der Verein Zusätze führt, die möglicherweise auf eine Handelsfirma hinweisen. Es bedarf daher einer neuen Namensgebung eventuell durch Ausschreiben des Kürzels.” Nun wollte man aber in Euenheim partout den gekürzten Namen und beauftragte daher einen Notar mit der Klärung der Angelegenheit. Dieser legte dem Gericht seine Auffassung wie folgt dar: ?Im vorliegenden Fall glaube ich nicht, dass irgendjemand in Verbindung mit dem mundartlichen Namensteil ? Eueme Trööte? auf den Gedanken kommt, es könne sich um eine Kommanditgesellschaft handeln, zumal gesetzlich der Zusatz e.V. zu führen ist. Hinzu kommt, dass es sich um einen bereits älteren bisher nicht eingetragenen Verein handelt, dessen Namen trotz Anwendung des Kürzels schon einen gewissen Bekanntheitsgrad auch gegenüber Behörden oder auch gegenüber der Presse bekommen hat. Ich glaube nicht annehmen zu müssen, bei Nennung des Namens des Vereins käme jemand auf den Gedanken, dass es sich um eine Handelsgesellschaft handeln könnte.? Und siehe da, die vorgebrachten Argumente verfehlten nicht ihre Wirkung, denn am 22.11.1979 wurde unter Nr. 529 ins Vereinsregister eingetragen KG Eueme Trööte Präsident: Gerhard Rüth, Buchhalter, Euskirchen-Euenheim Stellvertretender Präsident: Leo Lemm, Angestellter, Euskirchen- Euenheim Schriftführer: Peter Meier, Bankkaufmann, Euskirchen- Euenheim Schatzmeister: Erhard Herr, Kaufmann, Euskirchen-Euenheim Satzung errichtet am 10.08.1979; Vorstand im Sinne § 26 BGB sind der Präsident, der stellvertretende Präsident, der Schriftführer und der Schatzmeister. Zur Vertretung sind berechtigt: der Präsident und der stellvertretende Präsident gemeinschaftlich oder jeder gemeinschaftlich mit dem Schriftführer oder dem Schatzmeister. Endlich war es also geschafft und ab diesem Datum konnte sich die Kamevalsgesellschaft somit e.V. nennen. Ein langer Weg! Aber wie heißt es doch: Was lange währt, währt gut. Meilensteine im Euenheimer Karnevalsgeschehen 1985 (JR) Was ist an dieser Jahreszahl so wichtig für den Karneval Euenheims? Nun, nach einer sehr langen Zeit der “Saalveranstaltungs-Abstinenz” im Ort selbst kehrte die Gesellschaft damals wieder mit Prunk- und Kindersitzung in heimische Gefilde zurück. Aber schön der Reihe nach! Schon vor Vereinsgründung 1956 hatte man mit Sitzungen und Bällen im Saal Pelzer angefangen. Als der dann Ende der Sechziger geschlossen wurde, ging es schräg gegenüber in die etwas kleinere Saalräumlichkeit der Gaststätte Schroeder. Dort muss es dann aber irgendwann mal zu Unstimmigkeiten -im rheinischen Jargon Knatsch genannt- gekommen sein und die KG-Verantwortlichen sahen keine andere Möglichkeit, als den Veranstaltungsort zu wechseln, sprich nach Wisskirchen ins Lokal Kreuder auszu-weichen. Zunächst gab es dabei auch kaum Probleme, denn vor allen Dingen stimmten in den ersten Jahren die Besucherzahlen, zumal jetzt auch viele Wißkirchener zu den gebotenen Veranstaltungen kamen. Langsam aber stetig ging jedoch mit der Zeit der Eintritts-kartenabsatz zurück, obwohl nach wie vor sehr gute Programme geboten wurden. Letztlich konnte man es nicht mehr umgehen, über Änderungen nachzudenken, um den drohenden “Ruin” der KG Eueme Trööte abzuwenden. Natürlich gab es, wie das in solchen Fällen üblich ist, Befürworter der einen als auch der anderen Alternative, nämlich zurückzukehren nach Euenheim oder in der Exklave Wisskirchen zu bleiben. Das letzte und entscheidende Wort hatten dann die Vereins-mitglieder. Sie votierten -heute muss man sagen glücklicherweise!- mit Mehrheit für den Heimatort und so fanden ab 1985 unter Präsident Hans Aufdermauer wieder beide Karnevalssitzungen bei Schroeders statt. Hier hatte die KG bis 1990 Hausrecht und jeweils auch von den Besucherzahlen her bombige Erfolge zu verzeichnen. 1991 (IR) Dann aber nährten sich Gerüchte, Schroeders würden ihren Betrieb schließen und in der KG, machte sich selbstverständlich Angst breit. Die Befürchtungen bestätigten sich bald tatsächlich, denn ein weiteres Stück Euenheimer Geschichte, Gasthof sowie Saal Schroeder, gehörten der Vergangenheit an. Zwar lief der Saalkarneval1990 noch einmal dort ab, aber für die Zukunft mussten adäquate Möglichkeiten gesucht und gefunden werden. Was blieb da anderes übrig, als sich auf das unüberschaubare Risiko eines großen Festzeltes einzulassen? Hannemie und Matthias Meier stellten spontan ihr Wiesengrundstück an der Ecke Alte Landstraße/Euenheimer Straße zur Verfügung und tun das bis heute, der KG- Vorstand sowie zahlreiche Helferinnen und Helfer bauten das Zelt auf, dekorierten es prächtig, traten als Thekenbesatzungen an und harrten dann in banger Erwartung der Dinge, die da kommen würden; oder auch nicht? Doch sie kamen Gott sei Dank! Das Publikum kam sogar in Scharen, trotz Kälte, trotz Nässe und unangenehmen Sturmböen an diesem denkwürdigen Abend des 05.01.1991. Es hat zwar fürchterlich durchgeregnet und der Wind erschütterte das Zelt in seinen Grundfesten, aber als gegen 21.30 Uhr das erste Euenheimer Prinzenpaar Jupp I. und Helena I. (?) (Heck), geleitet von seinem Gefolge sowie dem Fanfarencorps Rot-Weiß Dürscheven einmarschierte und von Euskirchens Bürgermeister MdB Dr. Wolf Bauer proklamiert wurde, erreichte die Stimmung des närrischen Auditoriums absolute Spitzenwerte. Wie überhaupt Jupp und Helena 1990/1991, obwohl in gewisser Weise “gehandicapt” wegen der Golf-Krise, einen immens großen Teil zum Gelingen der Session beigetragen haben. Heuer spielt sich bei uns nun schon zum 16. Mal der Karneval im Zelt ab. Vieles ist in diesem Zeitraum seit den Anfängen verbessert worden, einiges lässt sich wahrscheinlich noch tun, aber wir können uns alljährlich nur immer wieder bei jedem herzlich bedanken, der durch seinen Besuch unsere Bemühungen, die jetzt von Präsident Theo Schmitz vorangetrieben und koordiniert werden, unterstützt. Karneval, Fastelovend, Fastnacht, Fasching oder wie man die “Tollen Tage” sonst noch nennt, soll es auch weiterhin in Euenheim geben! Die KG wird dazu ihren Teil beitragen; sind aber auch Sie weiterhin bitte mit dabei! Ein paar Bilder aus der 50-jährigen KG-Geschichte (JR) Die drei Pohl’s, nämlich (v.I.) Hubert, Paul und Josefin einer Sitzung um die Gründungszeit der KG Eueme Trööte. Sie sangen damals vom “Kölschen Explizier”. (JR) Ein Bild von der ersten Kindersitzung 1960. Im Hintergrund sind mittig zu erkennen (v.I.) Kinderprinz Robert 1. (Matheis), Schultheiß Gerhard Rüth und Kinderprinzessin Brigitte 1. (Spiehs). Zwischen den kostümierten Karnevalisten vorne schunkeln in Zivil kräftig mit (v.I.) Lehrer Willi Deutschbein, Lehrerin FrI. Eversheim sowie der damalige Euenheimer Bürgermeister Ernst Spiehs. (JR) Die KG-Garde 1960 mit ihrem ein Jahr zuvor aktivierten neuen Kommandanten Leo Lemm (2.v.r.). Außerdem lachen uns auch heute immer noch an: (v.l.) Käthe Glehn (die spätere Frau Bartscherer), Willi Marx, Heinz Kreischer(?), Heinz Reinartz, Paul Pohl, Simon Bartscherer, Ludwig Glehn, Toni Glehn, Helmut Rick, Jakob Dederichs und Anneliese Eversheim(nach ihrer Heirat Frau Daerr) (JR) Euenheimer Kinderprinzenpaar 1963: Josef I. (Rick) und Ursula I. (Wildenberg) im verschneiten Hof vor dem Saal der Gaststätte Pelzer. (JR) Ein Bild aus der Kommandantenzeit (1963-1967) von Paul Schmidt (l.) mit neben ihm Willi Wirtz, Heinz Esser, Käthchen Jülich, Paul Pelzer, Willi Meier, Hans-Jochen Esser, Jakob Dederich, Hans Wirtz(später dienstältester Gardekommandant von 1968 bis 1985) und Tanzoffizier Heinz Bartscherer. (JR) Kindersitzung in Euenheim 1971 mit den Tollitäten Winfried I. (Pohl) und Elvira I. (Herr). Das ?Sagen? auf der Bühne hatte zu dieser Zeit und danach noch viele Jahre bis 1984 der unvergessene Rüth `s Jerred. Er war in der Session 1987/1988 Euenheims erste (große) Tollität: Prinz Franz I. (Franz-Josef Haas ?) (JR) Bekannte Gesichter in der Prunksitzung am 20.01.2001: Präses Theo Schmitz (l.) beobachtet mit Argusaugen und Adlerohren, ob KG-Ehrenmitglied Alfons Latzke (?) bei der Verleihung des von ihm selbst gestiftetem Verdienstorden an MdB Wolf Bauer (v.m.) auch die richtigen Worte findet. (Bild. M.Görgen) Wie es zum ersten Prinzen Karneval in Euenheim kam (JR) Man schrieb das Jahr 1987. Es war Karnevalszeit, genauer gesagt Karnevalsdienstag. Eine gut gelaunte Schar Euenheimer hatte sich ins benachbarte Elsig aufgemacht, um dort dem immer wieder sehenswerten Umzug beizuwohnen. Vorher waren natürlich in der heimatlichen Kneipe bei Branka schon einige Bierchen und Schnäpschen verzehrt worden und da es ja winterlich kalt war, wollte man auf weitere solcher Wärmespender auch im Nachbarort nicht verzichten. Entsprechend stieg erklärlicherweise das Stimmungsbarometer, zumal außerdem die Aktivitäten der EIsiger Karnevalisten ihr Übriges dazu beitrugen. So kam dann in angesprochener, mittlerweile doch schon sehr alkoholisierter Runde die Idee auf, für’s nächste Jahr in Euenheim einmal einen Prinzen zu proklamieren. Georg Küpper, Willi Reuter, Johannes Rick (?) und Reiner Söte (?) hatten schließlich auch schnell die Lösung, wer dieses hohe Amt wohl bekleiden könnte, nämlich ihr an diesem Tage unter ihnen weilender kräftig mitzechender Freund Franz Haas (?). Der hatte aufgrund einer solch überwältigenden Vorschlagsmehrheit in der vorliegenden Situation überhaupt keine Chance, erfolgreich diesem Ansinnen ablehnend gegenüberzustehen, ergab sich in sein Schicksal und so nahmen die Dinge ihren Lauf. Was anfangs eher eine Schnapsidee war, erfreute sich bald schon sehr durchdachter Organisation, denn sowohl der designierte Prinz als auch seine vier Geburtshelfer bereiteten sich gewissenhaft auf das kommende Großereignis vor. Der erfreuliche Aspekt dabei: Es klappte tatsächlich hervorragend, alle blieben bei der Stange und es kam zu einer herausragenden Karnevalssession 1987/1988 mit Franz I. als strahlende Tollität an der Spitze. Prinz Franz hat im Euenheimer Fastelovend Geschichte geschrieben, nicht nur wegen seines tollen Engagements sondern auch, weil es nach ihm andere gab und hoffentlich weitere geben wird, die durch ihre Regentschaft das heimische Karnevalsgeschehen ungemein beleben und verschönen. Aktuell in der Jubiläums-Session 2005/2006 haben sich das Prinz Heinrich I. (Heck) und Prinzessin Stefanie I. (Schmitz) ebenfalls auf ihre Fahnen geschrieben. Wir alle freuen uns darauf und wollen unseren Teil zum Gelingen beitragen. KG Eueme Trööte e.V. So entstand der Kinderkarneval in Euenheim (JR) Die KG Eueme Trööte war bereits länger gegründet (wie bekannt 1956), doch es gab speziell für die Kinder keine diesbezüglichen Betätigungsmöglichkeiten. Das sollte aus deren Sicht so nicht weiter hingenommen werden und eine Gruppe von 12- bis l4-jährigen Burschen, unter ihnen Karl-Heinz Asbeck, Peter Glehn, Theo Korff, Robert Matheis sowie Josef Rick, machte sich dann 1959 hierüber konkrete Gedanken. Als Ziele wurden gesteckt die Veranstaltung einer Kindersitzung und die Durchführung eines Umzuges. Beides konnte nach Meinung der Jungs aber nur funktionieren, wenn auch gleichzeitig Kindertollitäten präsentiert würden. Gesagt, getan! Schnell hatte man einen Kandidaten für dieses Amt gefunden – zunächst natürlich gegen dessen Willen- und nachdem durch schriftliche Anfrage bei Pelzers per unter die Küchentür im Flur geschobenem Zettel, weil für ein persönliches Gespräch der nötige Mut fehlte, die Möglichkeit der Saalnutzung feststand, konnten 1960 schließlich Prinz Robert I. (Matheis) mit seiner Prinzessin Brigitte I. (Spiehs) als erstes Euenheimer Kinder-Tollitätenpaar ausgerufen werden. Der Erfolg gab den Initiatoren Recht, denn sowohl die selbst organisierte und durchgeführte Sitzung im Saal als auch der Karnevalssonntag stattgefundene Kinderumzug mit eigens dafür gefertigten großen Prunkwagen waren Riesenerfolge. Buchstäblich fast aus den Fugen barst damals Pelzers Saal ob der unerwartet vielen Besucher. Alles, was Beine hatte, kam und begeisterte sich an dem nur von Euenheimer Kindern bestrittenen tollen Programm. Auf der Bühne hielt dankenswerterweise Gerhard Rüth (?) die Fäden in seiner Hand, eingerahmt vom Prinzenpaar sowie einem Kinder-Elferrat. Wie gut es dem närrischen Publikum gefiel, bewies die Groschensammlung am Schluss, da kein Eintritt erhoben wurde. Es kamen weit mehr als 500DM zusammen; zur damaligen Zeit sehr viel Geld, was die Pänz für Wurfmaterial im Zug verwandten. Etliche Jahre ist so der Kinderkarneval in Euenheim abgelaufen, bis sich nach und nach die einstigen Urheber aus verschiedenen Gründen von der Organisation zurückzogen und dann schließlich das Fortbestehen dieser Aktivitäten glücklicherweise bis heute durch die KG garantiert werden konnte.